Diskriminierung abbauen

Ganz gleich, ob eine einzelne Person, eine Gruppe von Menschen, Unternehmen, Verbände, Vereine, Initiativen, politische Parteien oder gar eine ganze Regierung…
… jede und jeder kann aktiv gegen Diskriminierung vorgehen!

Diskriminierungserfahrungen haben häufig weitreichende und langfristige Folgen.

Haben Sie Diskriminierung erlebt?

  • am Arbeitsplatz
  • bei der Wohnungssuche
  • in der Öffentlichkeit
  • durch Behörden
  • in der Schule/an der Uni
  • im privaten Bereich
  • in Pflege-/Betreuungssituationen

Sie erhalten Informationen und Unterstützung bei den Organisationen des Netzwerkes.

Wenn Sie Opfer von Diskriminierung sind und dagegen vorgehen wollen, dann bieten Ihnen die folgenden Hinweise eine erste Orientierung. Es ist wichtig daran zu denken: Sie selbst trifft keine Schuld! Deshalb bleiben Sie mit Ihren Erlebnissen nicht allein, sondern suchen sich Hilfe und Unterstützung bei Menschen, denen Sie vertrauen, oder bei professionellen, neutralen Stellen wie beispielsweise Beratungsstellen.

Grundsätzlich…

  • Machen Sie sich vertraut mit den in Deutschland geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen für Beschwerden und Klagen im Falle von Diskriminierung, z.B. im Internet.
  • Informieren Sie sich z.B. bei der Anwaltskammer oder einem Anwaltsverein über ausgewiesene juristische ExpertInnen für Diskriminierungsfälle.
  • Informieren Sie sich z.B. bei einer Anwältin, dem Amtsgericht etc. auch über Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung (z.B. Beratungsschein, Prozeßkostenhilfe), wenn Sie den Rechtsweg beschreiten wollen.
  • Darüberhinaus kann es für Sie wichtig sein zu wissen, an welche Organisationen Sie sich wenden können, die Menschen mit Diskriminierungserfahrungen unterstützen, beraten und begleiten (zum Beispiel an die Organisationen des Netzwerkes).

Geht die Diskriminierung von einer Einzelperson oder Organisation aus…

  • Dokumentieren Sie, was geschehen ist, indem Sie schriftlich festhalten, wer, was, wann gesagt oder getan hat.
  • Überprüfen Sie, ob es Zeuginnen oder Zeugen gibt, die Sie ansprechen und um Unterstützung bitten können.
  • Bewahren Sie relevante Informationen und Materialien auf wie z.B. Stellenausschreibungen, Bewerbungsunterlagen, Fotos, Gesprächsnotizen, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, E-Mails etc.
  • Sprechen Sie denjenigen bzw. diejenige auf sein/ihr diskriminierendes Verhalten an und fordern Sie  ihn bzw. sie auf, dies zu unterlassen.
  • Machen Sie deutlich, dass Sie gegebenenfalls weitere Schritte unternehmen werden (z.B. den/die Vorgesetzte(n), Betriebsrat, AnwältIn o.ä. informieren und einschalten).
  • Suchen Sie nach anderen Opfern, mit denen Sie sich zusammentun können.
  • Suchen Sie nach einer Vertrauensperson, die Sie dabei unterstützt, den Verursachern gegenüberzutreten.
  • Wenden Sie sich an Ihre(n) Vorgesetzte(n) oder an die Interessenvertretung im Betrieb und bitten um Rat und Unterstützung.

Wenn Sie Zeugin oder Zeuge von Diskriminierung sind…

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie eine Frau oder ein Mann ohne erkennbaren Grund schlecht behandelt wird, z.B. verbal beleidigt oder durch eine abwertende Geste, ignoriert wird, obwohl er bzw. sie ein Anliegen hat? Sind Sie selbst schon einmal aufgefordert worden, jemanden, z.B. wegen seines Aussehens, anders zu behandeln als andere?

Es ist möglich, dass Sie auf diese Weise Zeugin oder Zeuge von Diskriminierung geworden sind.

Solche Beobachtungen oder Situationen sind unangenehm. Man empfindet das Geschehene als ungerecht, denkt aber vielleicht dennoch: „Es wird schon nicht so schlimm sein und von allein aufhören.“ Die Versuchung, solche Probleme zu ignorieren ist groß, doch: Stellen Sie sich vor, Sie selbst hätten das Beobachtete erlebt. Was würden Sie in einer solchen Situation empfinden? Was würden Sie tun? Sie können Betroffenen helfen indem Sie das Gesehene nicht akzeptieren, sondern dagegen vorgehen.

Grundsätzlich…

  • Zeigen Sie Zivilcourage und werden Sie aktiv, indem Sie das Gesehene sowie das Opfer ernst nehmen und unterstützen.Machen Sie dem/der VerursacherIn klar, dass das gezeigte Verhalten diskriminierend und nicht in  Ordnung ist.
  • Weisen Sie die betreffende Person darauf hin, dass Sie gegebenenfalls weitere Schritte unternehmen, wenn die Diskriminierung nicht eingestellt wird.
  • Suchen Sie sich selbst Unterstützung, wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich verhalten sollen oder was Sie unternehmen können.

Unterstützen Sie Opfer von Diskriminierung…

  • Bieten Sie der/dem Betroffenen Ihre Unterstützung an zu helfen, gegen die Diskriminierung vorzugehen, z.B. durch eine Zeugenaussage.
  • Geben Sie der/dem Betroffenen die Möglichkeit, ihre/seine Erfahrungen zu erzählen.
  • Helfen Sie bei der Suche nach einer Beratungsstelle, Rechtsberatung etc.

Es ist wichtig zu wissen: Sie sind rechtlich geschützt, wenn Sie eine Beschwerde einreichen oder eine andere Person bei ihrem Vorgehen gegen Diskriminierung unterstützen.

 

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