Was ist Diskriminierung

Strukturen und Muster von Benachteiligung und Diskriminierung sind in allen Gesellschaften zu finden und können potentiell jeden Menschen treffen. Doch nicht jede(r) ist gleich stark damit konfrontiert. Am häufigsten macht sich Diskriminierung unmittelbar fest an sichtbaren Merkmalen eines Menschen wie beispielsweise dem Geschlecht, der Hautfarbe, einer Behinderung, der sexuellen Identität, dem Lebensalter etc. Diskriminierung zeigt sich aber auch mittelbar durch Wertungen von Lebenweisen, Kompetenzen, Tätigkeiten usw. Für viele Menschen heisst das in ihrem Alltag :

  • dass ihnen aufgrund ihrer Behinderung immer noch der uneingeschränkte Zugang zu Ausbildung und dem ersten Arbeitsmarkt erschwert oder ganz verwehrt ist,
  • dass sie, nur weil sie lesbisch und schwul sind, z.B. in der Öffentlichkeit beschimpft und/oder körperlich angegriffen werden,
  • dass ihnen, weil sie z.B. älter als 50 Jahre sind, von Banken kein Darlehen mehr gewährt wird, sie für ArbeitgeberInnen als „zu alt, zu teuer, zu  ideenlos“ gelten,
  • dass sie, weil sie Frauen sind, höhere Tarife für Versicherungen bezahlen müssen und trotz gleicher Qualifikation immer noch rund 1/3 weniger verdienen als Männer,
  • dass, weil sie aus einem anderen Land kommen, ihre beruflichen Qualifikationen nicht anerkannt werden, oder sie aufgrund ihrer Religion oder Hautfarbe unter Generalverdacht stehen, kriminell zu sein.

Dies sind nur einige Beispiele.

Die Europäische Union nutzt diese Erkenntnisse und definiert in sogenannten Antidiskriminierungsrichtlinien genau, was Diskriminierung ist. Fasst man die Aussagen der insgesamt vier Richtlinien hierüber zusammen, so ergibt sich folgende gemeinsame Definition:

Entsprechend dem Grundsatz der Gleichbehandlung liegt  Diskriminierung vor, wenn Menschen eine andere (benachteiligende oder schlechtere) Behandlung aufgrund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung, ihres Lebensalters, ihrer sexuellen Identität oder ihres sozialen Status erfahren.

Unterschieden werden zudem verschiedene Formen von Diskriminierung:

Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund eines der o.g. Gründe in einer vergleichbaren Situation eine weniger günstige Behandlung als eine andere Person erfährt, erfahren hat oder erfahren würde.

Eine mittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren Personen mit bestimmten Merkmalen (s.o.) gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen können.

Belästigung liegt vor, wenn unerwünschte Verhaltensweisen, die mit einem der o.g. Gründe in Zusammenhang stehen bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird und ein Umfeld von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Beleidigung geschaffen wird.

Eine Anweisung zur Diskriminierung gilt als Diskriminierung, wenn sie aufgrund der o.g. Gründe zur Benachteiligung einer Person führt.

Die Benachteiligung einer einzelnen Person als Reaktion auf eine Beschwerde oder auf die Einleitung eines Verfahrens zur Durchsetzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung gilt als Viktimisierung, wenn sie aufgrund der o.g. Gründe erfolgt.

 

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